Der Grill ist kein Schmiedefeuer!

Während wir am heimischen Herd mit 200° vollauf zufrieden sind, haben wir am Grill meist das Bedürfnis, Temperaturen zu erzeugen, die gern auch mal um das 3-fache höher sind. Aus unerfindlichen Gründen glauben wir am Grill, köstliche Dinge nur mit den höchst möglichen Temperaturen erzeugen zu können. Und zwar NUR so. Und das mit den gleichen Lebensmitteln, für die uns in der Küche 200° vollkommen ausreichen. Seltsam dran ist nicht, dass uns auf diese Weise eher selten etwas wirklich Köstliches gelingt als am Herd und dass oft schon die simple Bratwurst den beherzten Einsatz des Grillmeisters erfordert, um nicht zu verbrennen, seltsam daran ist, dass uns dieser Umstand gar nicht bewusst wird.

 

Grillieren ist keine Raubtierfütterung!

An vielen Grills herrscht so etwas wie Endzeitstimmung, zum Grill kommt man mit gewaltigem Hunger und dem Bedürfnis diesen auch so schnell wie möglich gestillt zu bekommen, wenn um 16 Uhr die Gäste eintreffen, müssen die auch spätestes um halb fünf richtig satt sein. Der Grillmeister leistet Schwerstarbeit, um in dieser halben Stunde das kostbare Grillgut vor dem Verbrennen zu retten und geht dafür am Ende oft auch noch leer aus. Danach liegt gelegentlich noch die eine oder andere Scheibe Brot auf dem Rost, ansonsten war es das, worauf wir uns eine halbe Woche lang gefreut haben.

 

Brilliant in der Küche – Tristesse am Grill

Auch das Menü auf den meisten unserer Grills ist recht überschaubar: Bratwürste selbstverständlich, Fleisch, meist Schwein oder Pute, selbst oder gern auch fremd und üppig mariniert, und dann…? Hier und dort ein Stück vom Fisch, eine Scheibe Rind oder Lamm, mitunter auch mal ein Scheibchen geölte Zucchini. Ist diese Beschreibung zu drastisch? Ich glaube kaum!

 

Grill gekauft – und nun?

Ich will Euch diese Art des  Grillvergnügens keinesfalls ausreden, denn erlaubt ist was gefällt! Es besteht aber auch ein großes Bedürfnis, den eigenen Grill erfolgreicher zu handhaben und die eigenen Menüs zu erweitern. Meist erst nach dem Kauf des neuen Grills stellen die meisten dann aber erstaunt fest, dass es doch nicht so einfach ist, ein küchenähnliches Menü auf den Teller zu bringen.

 

Das männliche Paradoxon

Männer stecken hier in einer ganz besonderen Falle, denn Männer leben von Natur aus in dem Glauben, dass ihnen das Grillen als Ur-Code in den Genen steckt, weil ja schon ihre Vorfahren das selbst erlegte Gürteltier auf den Ast gezogen und über das Feuer gehängt haben, dass Grillen also vollkommen selbstverständlich und einfach ist. Tja, und dann ist Wochenende und die Wurst verbrennt… Wenn einen das nicht mittelschwere Sinnkrisen stürzen kann!