Gürteltier auf dem Knüppel ist kein Barbecue
Natürlich wurde schon vor Tausenden von Jahren Fleisch über dem Feuer geröstet. Hase oder Gürteltier auf einen Ast zu ziehen und über das Feuer zu hängen, hat aber nichts mit unserem heutigen Barbecue zu tun und ist auch kein direkter Vorläufer davon. Unsere Vorfahren zogen die Feuerröstung dem Rohverzehr allein deshalb vor, weil sie festgestellt hatten, dass geröstetes Fleisch bekömmlicher und vor allem energiereicher war als rohes. Alles andere ist Romantik.
Der Ursprung ist die Küche
Was uns über Jahrtausende begleitet und am Leben erhalten hat, war allein das Kochen. Es hat sich gegen die Feuerröstung durchgesetzt, weil Wasser ein besserer Wärmeleiter als Luft ist und weil Kochgefäße eine größere Zubereitungsvielfalt zuließen, als Fleisch am Knüppel. Das Arbeiten am Herd ist uns deshalb viel vertrauter und geht uns leichter von der Hand, als die Arbeit am Grill.
Der moderne Grill ist keine 100 Jahre alt
Der Grill als Gerät existiert erst seit den 50ern des letzten Jahrhunderts. Er war das Produkt seiner Zeit, einer Zeit gesellschaftlicher Veränderungen und steigenden Wohlstands. Mitte der Fünfziger Jahre sägte George Stephen eine Boje aus dem Ontariosee in zwei Hälften. Diese heute als Weber-Kugel weltbekannte Konstruktion gilt zu Recht als Geburtsstunde des modernen Barbecues. Parallel dazu kamen die ersten Barbecue-Smoker auf den Markt. Die heute gängigen Smoker, auch wenn sie aussehen, als hätten sie bereits den großen Rindertreck durch den weiten Westen mitgemacht, kamen sogar erst Mitte der Achtziger auf den Markt.
Born in Chicago
Weber-Stephen hatte mit der Kugel zwar ein neues Gerät geschaffen, der Deckel aber war ursprünglich nur als Wind- und Wetterschutz gedacht und es blieb vor allem in Nordamerika, aber natürlich auch in Europa im Wesentlichen bei der Zubereitung von Fleisch, Wurst & Fisch.