Grill vs. Küchenherd
Um richtig zu verstehen, warum es an unseren Grills nicht so rund läuft, lasst uns kurz in die Küche schauen. Selbst in der kleinsten Hütte steht ein Herd. Mit diesem Herd wird gekocht und gebacken, Menschen rund um den Erdball bereiten dort zwingend notwendig ihre Lebensmittel zu. Mit dem Herd ist man groß geworden und vertraut. Unsere Beziehung zum Herd besitzt daher eine sehr traditionsreiche und elementar-emotionale Komponente, Pflaumenkuchen und Weihnachtsgans sind für uns seit Generationen vollkommen selbstverständlich mit dem Herd verbunden.
Alles eine Frage der Tradition
Unter diesem Blickwinkel ist uns der Grill eher fremd. Mit dem Grill verbinden sich keine verinnerlichten Erfahrungen, hinsichtlich der Zubereitung von (Über-)Lebensmitteln und deshalb besitzen wir hier auch kein rechtes Gefühl für Garzeiten und Harmonien. Dieser Umstand ist der eigentliche Grund dafür, dass wir an Herd und Grill mit unterschiedlicher Fantasie und Geschicklichkeit agieren! Und noch ein Aspekt. Früher war Fleisch kein Tagtäglich-Gericht, das gewohnte Sonntagsfleisch war die Krönung der Woche. Diese Ausnahme vom Alltäglichen passte wunderbar zum aufkommenden Grilltrend und hat sich bis heute gehalten: Am Wochenende gibt es Fleisch. Auch waren unsere Grillgeräte bis vor kurzem nicht weit von den Ursprungsgeräten der Fünfziger und Sechziger entfernt, sie besaßen eine Feuerschale und einen Rost. Damit ließen sich jedoch keine großen Sprünge machen.
Fazit
So ist es erklärlich und keinesfalls verwunderlich, dass der Grill bis heute vor allem als Gerät für Fleisch, Bratwürste und gelegentlich mal Fisch gilt. So haben wir es kennengelernt und solche Erfahrungen leben länger fort, als man annimmt. Pizza und Desserts vom Grill waren bis vor kurzen schlichtweg kein Thema.