Barbecue-Sommelier Sven Dörge mit einer Grillzange in der Hand

Ein guter Grillmeister wird man nur, wenn mein sein Handwerk gründlich lernt

Was macht Dich zum Meister am Grill?

Das Grillseminar beim Profi? 50 Grillkochbücher im Regal? Unzählige YouTube-Videos? Ein Stück weit mag das so sein, aber längst nicht allein, denn Grillieren ist ein Handwerk, welches genauso erlernt werden muss wie das Kochen. Es geht um Fachwissen, um Beobachtungen und Nachdenken, um die Entwicklung und Ausbildung von Instinkten, es geht um stetiges Wiederholen, es geht um Scheitern und neue Versuche unter geänderten Bedingungen, kurzum: Es geht um das Sammeln von Erfahrung, um die Entwicklung eines handwerklichen Geschicks und eines sicheren Instiktes.

 

Der Grill ist kein Thermo-Mix

Grillkurse, Ratgeber und Ähnliches können Dir natürlich eine Hilfestellung geben und einige Fragen beantworten – das Üben, Scheitern, Ausprobieren und Erlernen können sie Dir jedoch nicht abnehmen. Ein Stück weit musst Du eben selbst wissen und verstehen, wie die Dinge zusammenhängen und was im Hintergrund geschieht. Denn jedes Fleisch ist anders, Schwein reagiert anders als Rind, Brust reagiert anders als Filet und selbst Filet ist nicht gleich Filet. Den Thermomix kannst Du programmieren, aber der Grill reagiert immer anders, die Temperaturen differieren von Zentimeter zu Zentimeter, insbesondere der Kohlegrill ist unberechenbar, Gemüse ist nicht gleich Gemüse und ein Lachs ist kein Zander.

 

Ein Beispiel – Pulled Pork

Ein recht simples, aber zeitaufwändiges Gericht aus North Carolina. Dabei wird ein Stück Schweineschulter oder Kamm allmählich auf eine Kerntemperatur von 85..90°C gebracht. Handelsübliche Schweinekämme wiegen ziemlich exakt 2,5 Kilo, das ist eine kleine Konstante, hier aber eben auch die einzige. Selbst wenn die Temperatur im Grill jedes Mal und über den gesamten Zeitraum hinweg eine idealkonstante Temperatur von 100°C hätte, kann die Zieltemperatur im Kern mal nach 11, ein andermal nach 12..13 oder auch erst nach 15 Stunden erreicht sein. Wie gesagt: Bei konstanten, immer gleichen Bedingungen, identischer Temperatur, identischem Fleischgewicht und gleichem Lieferanten. Das ist eben so und um damit richtig umgehen zu können, solltest Du Dein Handwrrk beherrschen.

 

Ergo: Grillieren ist ein Handwerk

Weiter kommst Du in solchen Situationen also nur mit Erfahrung. Auch das umsichtigste und ausführlichste Rezept kann Dir dieses Erfahrungen-sammeln nicht ersparen, willst Du ein gutes und nicht nuir ein durchschnittliches Ergebnis erreichen. Was Dir dieses Üben erleichtert und die Anzahl der Fehlversuche reduzieren kann, ist Wissen, denn aus Wissen erwächst auch die Fähigkeit zum Improvisieren und Abstrahieren. Wenn Du weißt, was in Deinem Fleisch geschieht, wenn Du weißt und spürst, wie Deine Glut „tickt“, wenn Du Geräusche und Gerüche interpretieren kannst, dann wirst Du in der Lage sein, Fehler von vornherein zu vermeiden und brauchbare Erklärungen dafür finden, wenn etwas nicht gelungen ist.

 

Auf diesem Weg will ich Dir sehr gern mit meinen Erfahrungen aus 20 Jahren am Grill helfen 

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